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Archiv des MonatsJuli, 2008

Neue Saison, altes Spiel

Mit der gestrigen konstituierenden Sitzung des 11. StuPa der Universität Potsdam wurde eine neue Legislaturperiode eingeläutet, geändert hat sich aber wenig (Hat das jemand erwartet?). Vor allem in Sachen Produktivität ist alles beim Alten. Es wurde weder ein neuer Rechnungsprüfungsausschuss noch ein neuer AStA gewählt. Auch die (regulären) Anträge blieben liegen. Immerhin das StuPa-Präsidium wurde gewählt. Stefan Klose (GAL) und Matthias Wernicke (OLL) haben ja schon im 9. StuPa in dieser Funktion zusammengearbeitet und bewiesen, dass sie es miteinander aushalten, was heutzutage ja schon viel wert ist. Mit Janette Kluge (Jusos) wird das Präsidium durch eine besonders durchsetzungsstarke Parlamentarierin komplettiert.

Kommentar

Wie ein Seminar zu Integrationsfeindlichkeit führte

Als ausländischer Student hat man es oft nicht leicht, es gelten spezielle Regelungen, man muss sie in einer Fremdsprache verstehen und im schlimmsten Fall droht Abschiebung. Deshalb hatte am vergangenen Wochenende der Asta-Referent für Ausländische Studierende ein Seminar zur Beratung dieser Studenten angeboten. Eine gute Sache an sich.

Zumindest fragwürdig sind aber die Umstände des Seminars. Finanziert wurde es aus dem Geldtopf für Studentische Projekte, das sind “Projekte, welche allen Studierenden zugute kommen”. Diesen Geldtopf füllen auch alle Potsdamer Studenten jedes halbe Jahr mit einem Teil ihrer Semestergebühren. 1499 EUR wurden beantragt, bis 1500 EUR darf der Asta allein entscheiden, ohne das StuPa zu fragen.

Davon wurde für 1000 EUR ein Tagungshaus gemietet – statt evtl. Räume im KuZe oder der Uni zu nutzen. In der Teilnahme inbegriffen waren Frühstück und Abendessen für 2 Tage, dennoch wurde kein Teilnehmerbeitrag erhoben.

Insgesamt 29 Teilnehmer wurden angenommen, davon 10 von der Uni Potsdam. Mitarbeiter der Lokalen Erasmus-Initiative (LEI) wurden abgelehnt; der Asta-Referent begründete das damit, dass das Seminar sich nur an Berater richte. Demzufolge beraten also 10 Studenten an der Uni Potsdam ausländische Studenten.

Merkwürdig auch die Informationspolitik: Insgesamt sechs E-Mail-Anfragen über vier Wochen blieben vom Referenten unbeantwortet.

Nachdem die GAL die Umstände des Seminars in einer Pressemitteilung kritisierte, wirft ihr nun der Bund Bundesverband ausländischer Studierender “Instrumentalisierung der ausländischen Studierenden zu Wahlkampfzwecken” und Integrationsfeindlichkeit vor.

Nachtrag 5.8.: Das Archiv der StuPa-Mailingliste ist seit einigen Tagen nicht mehr öffentlich, somit führen die Links zu den sechs E-Mail-Anfragen jetzt ins Leere.

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