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Zitrone wird Plattform für Eure Debatten

Liebe Zitrone-Leser, liebe hochschulpolitisch Aktive,

wie Ihr seht, seht Ihr wenig. Im letzten halben Jahr gab es keine neuen Artikel, und zur diesjährigen StuPa-Wahl haben wir auch auf die Video-Interviews verzichtet – vor allem deswegen, weil ich, der sie sonst geführt hat, diesmal selber auf dem Wahlzettel stand (und es blöd fände, mich selbst zu interviewen).

Da ich nun selbst Parlamentarier bin, fände ich es auch unangebracht, in der bisherigen Form hier weiter Artikel zu schreiben. Mangels Nachwuchs würde das hier also ein Abschiedsartikel sein.

Das aber fände ich schade. Ich selbst hab hier, erst als Leser, dann als Autor, viel über die Potsdamer Hochschulpolitik erfahren können - nicht nur durch die Artikel, sondern auch die Diskussionen in den Kommentaren.

Daher folgende Idee: Die Zitrone öffnet sich für Debattenbeiträge hochschulpolitisch Aktiver.

Ihr seid im StuPa oder im AStA? Ihr habt etwas Spannendes zu sagen, was Studis und andere Hochschulpolitiker interessieren könnte? Ihr wollt Feedback zu Eurem Standpunkt bekommen? Schreibt einen Beitrag für die Zitrone!

Er wird veröffentlicht unter folgenden Bedingungen:

  • Ihr gebt Euren Klarnamen an (Vor- und Zuname), sowie Eure Liste und Eure Funktion (z.B. AStA-Referent, StuPa-Parlamentarier)
  • Der Artikel ist auch für Laien verständlich und interessant, am besten auch mit Links zu Quellen. Ein guter Blog-Artikel eben.

Ich fände es dann sehr spannend, zu einem bisher nur hopo-intern groß diskutierten Thema in der Zitrone erst den einen und ein paar Tage später den anderen zusammenfassenden Standpunkt zu lesen.

Interessiert? Dann macht doch mit!

Der Autor dieses Artikels sitzt im Studierendenparlament für die Piraten.

Kommentar

StuPa-Wahl 2010 – Ergebnis

Bei der StuPa-Wahl 2010 wurden folgende Stimmen gezählt, aufgeschlüsselt nach Fakultäten. Jeder Wähler hatte 3 Stimmen.

Liste Phil WiSo Mat-Nat Hum Jura Alle %
GAL 445 420 428 155 140 1588 26,6
Jusos 244 384 201 83 156 1068 17,9
BEAT 309 122 121 106 10 668 11,2
Grüner Campus 93 48 297 61 4 503 8,4
Shine UP 132 143 119 49 20 463 7,8
Piraten 47 91 218 49 11 416 7,0
LUST 19 98 30 10 230 387 6,5
Linke.SDS 92 91 97 43 34 357 6,0
RCDS 79 108 27 3 76 293 4,9
LHG 18 77 32 4 73 204 3,4
HuSo 16 1 3 1 0 21 0,4

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung für das kommende Studierendenparlament:

StuPa-Sitzverteilung: Jusos 5, GAL 7, BEAT: 3, Linke.SDS: 2, LUST: 2, HuSo: 0, RCDS: 1, Grüner Campus: 2, Piraten: 2, LHG: 1, Shine UP: 2

(Quelle: Beobachtung der Auszählung, ohne Gewähr)

Nachtrag 18.50: Aufschlüsselung nach Fakultäten hinzugefügt.

Nachtrag 13.7.: LUST-Ergebnis an der WiSo korrigiert, so stimmt dann auch die Summe.

Kommentare (6)

11 Listen zur StuPa-Wahl 2010

Zur diesjährigen Wahl zum Studierendeparlament wird es eine große Auswahl geben – insgesamt 11 Listen treten an:

Von uns aus wird es dieses Jahr leider keine Video-Interviews geben. Aber gerüchteweise werden wir besonders von Hochschulpolitikern gelesen – schreibt Eure Fragen an sie doch einfach in den Kommentaren, bestimmt wird sie jemand beantworten.

Und eventuell bereitet ja unser Campusradio Funk UP etwas zu den Wahlen vor?

Nachtrag 3.7.: Link zum Grünen Campus hinzugefügt.

Kommentar

S-Bahn-Entschädigung: “gerecht” oder “solidarisch”?

Gut erinnern wir uns noch an das S-Bahn-Chaos im vergangenen Sommer, nach Potsdam ging es nur alle 20 Minuten, zeitweise gar nicht direkt und auch die eingesetzten RE1-Verstärkerzüge halfen nur teilweise.

Nachdem die S-Bahn nun normale Jahreskarten-Besitzer mit einer Freifahrt im Dezember entschädigt hat, ist sie auch bereit, uns Studenten einen Monat zu schenken: Sie bietet an, ein Sechstel des Ticketpreises – also 22,50 EUR – mit der nächsten Zahlung zu verrechnen.

Allerdings will die S-Bahn nicht für eventuelle zusätzliche Verwaltungskosten aufkommen. Die würden entstehen, wenn Rückzahlungen an jeden einzelnen durchgeführt würden. Eventuell müsste auch jeder von uns einen Antrag stellen und beispielsweise seine Kontodaten für die Überweisung mitteilen. Und diese bis zu 20.000 Anträge müssten bearbeitet werden. Das soll nach Wunsch der S-Bahn der AStA machen.

AStA-Verkehrsreferent Daniel Sittler (Shine UP) hat sich daher mit Berliner Studentenvertretern vernetzt und verhandelt nun mit der S-Bahn, dass auch die Verwaltungskosten übernommen werden. Und diese Verhandlungen scheinen schwierig:

Es liegt nicht an uns, sondern an der S-Bahn, dass sich die Auszahlung verzögert, da diese Anfoderungen stellt, die wir, auch in eurem Interesse, niemals annehmen können.

Um dem Problem der Verwaltungskosten zu entgehen, schlägt die GAL statt Rückerstattung eine Einfrierung des Ticketpreises vor: Laut aktuellem Vertrag erhöht sich der Preis in jedem Sommersemester um 4 EUR, von heute 135 EUR auf 143 EUR im Sommer 2011. Ohne diese Erhöhung würden wir insgesamt genau 24 EUR weniger bezahlen.

“Wenig gerecht” findet Daniel persönlich diesen Vorschlag. Denn wer z.B. im kommenden Sommersemester mit dem Studium aufhört, wird mit gerade mal 4 EUR statt 22,50 EUR entschädigt. Außerdem müsste “der gesamte Semtix-Vertrag nachverhandelt werden, was eine schnelle Lösung fast unmöglich macht.” Der GAL-Vorschlag sei daher ein “Schnellschuss” und “plumpe politische Meinungsmache”. Wie sich der AStA aber selbst eine konkrete Abwicklung der Entschädigung vorstellen könnte, ist den bisherigen Mitteilungen nicht zu entnehmen.

Björn Ruberg (GAL) widerspricht nicht, dass mit dem Einfrieren manche Betroffene gar nicht entschädigt und viele Nicht-Betroffene den Vorteil des Preisnachlasses erhalten. Statt “ungerecht” nennt er das aber lieber “solidarisch”. Denn in der Summe könnte die Studierendenschaft mehr erhalten, weil die Bahn das Geld über mehrere Jahre verteilt ausbezahlt. Zudem könnte der dann niedrigere Preis bei den kommenden SemTix-Verhandlungen helfen, ihn auch noch länger niedriger zu halten.

Doch vorerst verhandelt Daniel über die Übernahme der Verwaltungskosten und geht selbst nicht davon aus, “dass eine Entschädigung vor Anfang nächsten Jahres möglich ist”. Und bittet – wiederholt – um Geduld.

Die einfachste Lösung wäre vielleicht, die 22,50 EUR im nächsten Sommersemester-Beitrag zu verrechnen. Damit wären vor allem die jetzt eingeschriebenen Studenten entschädigt, denn Neueinschreibungen sind bei uns zum Sommersemester nicht möglich. Allerdings müsste das schnell entschieden werden, die Überweisungsträger der Uni gehen spätestens Anfang Dezember in den Druck.

Nachtrag 10.12.: Das StuPa behandelte am 8.12. einen Antrag der GAL, auch ihren Vorschlag bei den Verhandlungen mit der S-Bahn vorzustellen. Der Antrag wurde mit 9 zu 10 Stimmen abgelehnt.

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Audimax besetzt

Das Audimax am Neuen Palais wurde heute gegen 16 Uhr besetzt. Etwa 30 Studenten halten sich derzeit dort im Haus 8 auf, um Ihren Forderungen aus dem letzten Bildungsstreik im Juni Nachdruck zu verleihen. Diese sind:

  • mehr Selbstbestimmung für Lernende
  • die Demokratisierung des Bildungssystems
  • die öffentliche Ausfinanzierung jeglicher Bildungseinrichtungen
  • die Verbesserung von Lehr- und Lernbedingungen
  • die Abschaffung von Selektion und dem damit verbundenen Konkurrenzdenken
  • eine kostenfreie Bildung und gleiche Chancen für alle.

Ebenso wolle man Solidarität mit den Besetzungen in Münster und Heidelberg zeigen, erklärte Nadine Lilienthal (Jusos). Zuvor waren auf der Vollversammlung um 13 Uhr rund 500 Studenten zusammengekommen.

Die Universitätsleitung habe bislang noch nicht reagiert. Viele der Besetzer wollen heute Nacht im Audimax übernachten und die Besetzung auch zum Gedankenaustausch untereinander nutzen.

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