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Informationen zum Thema Rechtsextremismus an der Uni Potsdam

Aus FSR Politik + Verwaltung


Inhaltsverzeichnis

PNN thematisiert Thema Rechtsextremismus an der Uni Potsdam in einem Artikel vom 07.02.08:

"Verdeckte Gesinnung" - An der Universität Potsdam studieren auch Rechtsextreme / NPD-Funktionär immatrikuliert


Podiumsdiskussion des FSR Politik und Verwaltung zum Thema: „Braune Graswurzelrevolution: Rechtsextreme an der Basis der Gesellschaft“ am 27. Juni 2007

Rechtsextremismus.png



Am Mittwoch, den 27.06., hatten wir zu einer Podiumssitzung mit dem Thema „Braune Graswurzelrevolution: Rechtsextreme an der Basis der Gesellschaft“ eingeladen. Zuvor wurde der Film „No Exit“ von Franziska Tenner gezeigt, der das Innenleben der rechtsextremen “Freien Kameradschaft Frankfurt (Oder)” dokumentarisch zeigte. Unsere Veranstaltung lief zum einen im Rahmen des „Festival contre le Racisme“, zum anderen im Zusammenhang mit unserem FSR-Projekt „Aktion gegen Rechtsextremismus, zu dem wir seit dem Sommersemester 2006 Artikel auf unserer Homepage publiziert haben.

Rund 50 Gäste waren zugegen, als nach dem Film unter der Moderation von Jörg Schindler (AStA-Referent für "Sozial- & Integrationspolitik") folgende Podiumsgäste Platz nahmen:

  • Matthias Adrian (Aussteiger aus der rechten Szene, heute tätig für die Aussteiger-Initiative "Exit-Deutschland")
  • Dr. Jonas Grutzpalk (Referat Öffentlichkeitsarbeit Landesamt für Verfassungsschutz in Brandenburg)
  • Dr. Gideon Botsch (Politikwissenschaftler am "Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien" (MMZ) der Universität Potsdam)

Es entwickelte sich ein höchst interessantes Gespräch mit allen Teilnehmern wobei der Film selbst Gegenstand kontroverser Ansichten wurde. Themen wie z.B. welche Rolle rechte Kameradschaften in Verbindung mit der rechtsextremen NPD in Deutschland spielen und welches Organisationspotential diese rechten Zusammenschlüsse hier in Potsdam und Berlin aufweisen, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Gewürzt wurden die Themen durch die jeweiligen Erfahrungen und Erkenntnisse der Podiumsgäste: Herr Adrian mit seinen eigenen Erfahrungen als ehemaliger Angehöriger einer rechten Kameradschaft, Herr Grutzpalk, der die neuesten Erkenntnisse und Zahlen zum Thema Rechtsextremismus von Seiten des brandenburgischen Verfassungsschutzes präsentierte und schließlich Herr Dr. Botsch, der aus politikwissenschaftlicher Sicht gängige Theorien und Erkenntnisse in die Diskussion einbrachte.

Als Fazit dieses Abends bleibt festzuhalten –und das wurde aus den Schilderungen der Podiumsgäste immer wieder deutlich- dass das Thema „Rechtsextremismus in der Gesellschaft“ auf gar keinen Fall zu unterschätzen ist und jeder einzelne von uns seinen Beitrag erbringen muss, damit Pluralismus und Demokratie nicht zu leeren Worthülsen im Angesicht der wachsenden Bedrohung von Rechtsextremisten verkommen…

Wir vom FSR Politik und Verwaltung werden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, gerade nach diesem Infoabend, das Thema „Rechtsextremismus an der Uni Potsdam“ weiterhin verfolgen und unseren Beitrag für mehr Aufklärung leisten.


Stellungnahme FSR März 2007

Potsdam, März 2007


Liebe Fachschaft,

Nachdem uns in den vergangenen Monaten erneut mehrere Mails zu unseren Artikeln zum Thema „Rechtsextremismus an der Uni Potsdam“ erreicht haben, möchten wir hiermit auf diese reagieren und kurz auf neue Informationen zur Marke „Thor Steinar“ eingehen.

Es wurde vor allem Kritik daran geübt, ob die Befassung mit dem Thema überhaupt zu unseren Aufgaben zählt.

Unserer Meinung nach, machen wir als FSR der Studierenden der Politik- und Verwaltungswissenschaft genau die Arbeit, für die wir da sind. Denn es geht darum, Studierende zu unterstützen. Unsere Arbeit umfasst demnach auch eine sehr wichtige Aufgabe, nämlich die der Informationsbereitstellung. Um also das "Studium zu erleichtern", informieren wir unsere KommilitonInnen über für sie und ihren Unialltag bestimmende Neuigkeiten und Gefahren, wie etwa demokratiefeindliche Bestrebungen aus dem rechtsextremen Spektrum an der Uni. Somit erfüllen wir also durchaus unsere Aufgaben als demokratisches Organ an der Uni Potsdam.

Uns wurde auch die Frage gestellt, warum ein/e „Thor-Steinar“-Klamotten tragende/r Studierende/r ein Nazi sei. Dazu fanden wir folgende Antwort: In diesem demokratischen Rechtsstaat (BRD) gibt es einen Konsens auf bundes- und landespolitischer Ebene, der die Marke „Thor Steinar“ als zum rechtsextremistisch gehörenden Spektrum erklärt.

siehe z.B.: Verfassungsschutzbroschüre des Landes Brandenburg, Seite 16

Darüber hinaus ist das Tragen dieser Kleidung mit dem alten runenbesetzten Logo in Berlin verboten

(Amtsgericht Tiergarten am 28.02.2006, siehe auch hier)

und die Marke auch mit neuem Logo im Stadion von Hertha BSC


Genau auf diese Sachverhalte macht der FSR Politik + Verwaltung mit seinem Artikel aufmerksam.

Zur Verleumdung wird weder von uns noch der Universität Potsdam aufgerufen, lediglich dazu, die Augen offen zu halten und mit Zivilcourage an der Uni aufzutreten.


Euer FSR Politik + Verwaltung


Infos März 2007

Ende 2006 machte „Thor Steinar“ erneut auf sich aufmerksam. Beim Radiosender „Sender KW“ (Königs Wusterhausen) sponsorte der Kleindungsartikelhersteller die Blitzermeldungen. Dann hieß es: "Thor Steinar - dein Freund und Helfer."
Bei diesem Skandal wird „Thor Steinar“ eindeutig der rechtsextremen Szene zugehörig gezählt. Beinahe wäre es zur Einstellung des Senderbetriebes gekommen. Besonders unangenehm fiel auf, dass die Senderchefin Cornelia Gödecke Mitglied der SPD ist. Sie wurde massiv kritisiert.

Dazu einige Artikel:


In den folgenden Artikeln wird von einem weiteren Vorfall berichtet, bei dem zwei junge Männer einen SPD-Wahlhelfer angegriffen haben. Auch dabei war „Thor Steinar“ im Spiel.


Stellungnahme FSR November 2006

Potsdam, November 2006


Liebe Fachschaft,

am Ende des Sommersemesters 06 stellten wir den unteren Artikel auf unsere Homepage. Ihr könnt euch sicher sein, auch bei uns gab es lange Diskussionen, wie und auf welche Weise das Thema „Rechtsextremismus an der Uni Potsdam“ angegangen werden soll.

Wir vom FSR sind zu dem Ergebnis gekommen, dass vor allem Information und Aufklärung in der heutigen Zeit Not tut. Zu oft wird im Alltag weggesehen, wenn sich rechtsextremes Gedankengut oder rechtsextreme Verhaltensweisen offen zeigen, selbst wenn sie vor der eigenen Haustür geschehen. Daher war es uns wichtig aufzuzeigen, wie sich an unserer Uni rechtsextreme Einflüsse bemerkbar machen:

Dies zeigt sich bei uns vor allem in dem Tragen von Kleidung, die eng mit einem rechtsextremes Image verknüpft ist. Auch wenn die Hersteller noch so oft ihre Distanz zu den Rechtsextremisten beteuern, nichtsdestotrotz sind gewisse Marken von Rechtsextremisten „besetzt“ worden.

Wir bekamen zahlreiche Reaktionen auf unseren Artikel. Dabei waren Zustimmung und Dankbarkeit für die Information, aber auch der Vorwurf der einseitigen Sichtweise.

Der FSR Politik+Verwaltung verurteilt jede Art von Gewaltanwendung als politisches Mittel und ihre ideologische Legitimation. Wir lehnen besonders Rechtsextremismus mit all seinen menschenverachtenden Begleiterscheinungen wie Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz ab. Wir finden, dass das Thema „Rechtsextremismus an der Uni Potsdam“ diskutiert werden muss und unsere Artikel in der Rubrik „Projekte“ dafür unbedingt notwendig sind.

Einige kritisierten unseren Artikel als Aufruf zu Denunzierung. Das sehen wir nicht so. Uns geht es darum, dass Personen, die unterschwellig ihre Gesinnung zur Schau tragen, die Basis ihres Versteckspiels geraubt wird, indem möglichst viele Studierende darüber Bescheid wissen.

Wir sind offen für Vorschläge, wie in Zukunft die Fachschaft mit rechtsextremen Problemen umgehen soll. Den größten Fehler aber würden wir ALLE begehen, wenn wir die Augen verschließen und die Tatsache leugnen würden, dass es auch an unserer Universität Rechtsextremisten gibt. So klein diese Anzahl auch sein mag, sind sie doch Anzeichen für eine wachsende Popularität rechtsextremen Gedankenguts in unserer Gesellschaft.

Neueste Studie zu Rechtsextremismus:

Wir fordern auf, sich argumentativ mit Leuten rechtsextremer Gesinnung auseinander zu setzen und nicht die Augen zu verschließen!


Euer FSR Politik+Verwaltung


Infos November 2006

Zuletzt hier weitere Quellen, die sich aktuell mit dem Thema „Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus“ auseinandersetzen:

politikwissenschaftliche Hintergrundtexte:


Stellungnahme FSR Sommersemester 2006

Potsdam, Sommersemester 2006


Liebe Fachschaft,

schon des öfteren ist der Fachschaftsrat Politik+Verwaltung darauf hingewiesen worden, dass an unserer Uni Personen zu beobachten seien, die Anhänger oder Sympathisanten rechtsextremen Gedankenguts sind. Der FSR nimmt diese Hinweise sehr ernst und möchte Euch ebenso auf dieses Problem an unserer Uni aufmerksam machen.

Dabei handelt es sich darum, dass vermehrt Personen wahrgenommen werden, die in der rechtsextremen Szene einschlägig bekannte Klamottenmarken tragen oder sich durch "Zeichen" und Symbole auf Ihrer Kleidung als rechtsextrem bzw. zu rechtsextremen Organisationen zugehörig einstufen lassen.

Mit dieser Mail wollen wir Euch auf diese rechtsextremen Strukturen in Eurer Umgebung aufmerksam machen und vor allem zeigen, wie ihr Neonazis erkennt. Denn es gibt sie auch an unserer Uni. Der FSR akzeptiert diese Situation nicht. Deshalb rufen wir Euch dazu auf, Neonazis an unserer Uni nicht zu dulden. Macht diese Personen darauf aufmerksam, dass ihr deren Verhalten ablehnt. Wenn ihr Nazis an versteckter Symbolik (siehe unten) erkennt, informiert auch Eure KommilitonInnen. Denn die Erkennung solcher Strukturen wird immer schwieriger und nur die wenigsten kennen sich auf diesem Feld aus.

Im Folgenden haben wir noch genauere Informationen und Links rausgesucht, wie und woran Ihr Nazis erkennen könnt. Falls ihr noch Fragen habt oder Euch selbst Vorkommnisse oder Personen aufgefallen sind, schreibt es uns oder informiert Eure Dozenten bzw. die Fakultäts-/Unileitung, damit diese Strukturen öffentlich werden und das „Versteckspiel“ von Neonazis enttarnt wird!


Euer FSR Politik+Verwaltung


Infos Sommersemester 2006

An der Uni Potsdam ist vor allem die Marke "Thor Steinar" gesehen worden. Die Kleidung dieser Marke hatte bis zu einem Verbot in Berlin im November 2004 Runenzeichen in Ihrem Logo, die eindeutig auf einen neonazistischen Hintergrund hinwiesen. Auch den Vertreibern der Kleidung wird ein rechtsextremer Hintergrund nachgesagt, eindeutig belegt ist dies aber nicht. Der Name Thor Steinar ist bewusst gewählt und geht auf den germanischen Gott "Thor" zurück. Nach dem Berlin-Verbot kreierten die Vertreiber 2005 ein neues Logo, das bis heute nicht verboten ist.

Die Kleidung dieser Marke taucht sehr häufig bei Demonstrationen von Neonazis auf, ist aber zum Teil auch weiterhin bei großen Einkaufsketten erhältlich. Hauptsächlich findet man sie jedoch in kleinen Läden, die dafür bekannt sind, ein rechtsextremes Klientel zu bedienen.

Aufgrund der Runen und der gesamten Symbolik ist sie Insidern als Erkennungmerkmal für Neonazis bekannt. Weitere Infos, wie z.B. die Kleidung bzw. die Logos aussehen, findet ihr hier:

Eine weitere ganz klar von und für Nazis gemachte Klamottenmarke ist „CONSDAPLE“. In ihr steckt die Abkürzung der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ (NSDAP), der regierenden Partei von 1932 bis 1945. Die Marke „CONSDAPLE“ wurde auf den Markt gebracht, nachdem sich Lonsdale nicht mehr gefallen ließ, dass ihre Marke durch Neonazis in Verruf kam und eine eigene Anti-Neonazi-Kampagne startete.

Doch Nazis tragen noch viele andere Marken, die sie selbst mit nazistischen Symbolen in Verbindung bringen. Diese sind z.B.: “Alpha Industries”, “Doberman Streetwear”, “Fred Perry”, “Lonsdale”, “New Balance”. Allerdings haben die Hersteller in diesen Fällen nicht den selben politischen Hintergrund und distanzieren sich sogar davon. Doch werden sie weiterhin von Neonazis als Erkennungszeichen instrumentalisiert und gehören zum Dresscode.

Wenn Neonazis keine bestimmten Klamottenmarken tragen, kann man sie dennoch meist an Symbolen, die auf ihrer Kleidung zu sehen sind, erkennen. Solche Symbole sind z. B.: der Reichsadler, das Eiserne Kreuz, Gauwinkel/Gaudreiecke, Hammer & Schwert, die Reichskriegsflagge, die Schwarze Sonne, die Triskele oder ein Zahnrad. Auch Runen werden als Bezug auf germanisch-heidnische Mythologie benutzt. Nazis benutzen seit einigen Jahren auch Zahlencodes auf ihrer Kleidung. Dazu gehören unter anderem: 168:1 (Bombenanschlag von T. Veigh auf Oklahoma 1995), 18 (Adolf Hitler), 28 (verbotene Organisation Blood & Honour/B&H), 88 (Heil Hitler).

Eine Übersicht findet ihr unter:

Hier in Brandenburg ist neonazistisches Gedankengut leider weit verbreitet. Daher gibt es eben auch viele Gruppen, die auf sich aufmerksam machen. In unserer Uni sollen beispielsweise T-Shirts des „Märkischen Heimatschutzes“ getragen werden.

Informationen zu dieser Organisation findet ihr hier:

Eine sehr hilfreiche Broschüre kann man hier runterladen:

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Februar 2008 um 20:39 Uhr geändert. Kontakt
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